Eindrücke aus dem barocken Trier

Die Paulinskirche bietet zu jeder Jahreszeit beeindruckende Einblicke in vergangene Jahrhunderte und die Geschichte der Stadt Trier. Elegant und gelb steht sie im Trierer Norden, hoch und schlank reckt sich ihr Turm in den blauen Himmel: Von 1734 bis 1757 erbaut, gilt die Kirche des ehemaligen Stiftes St. Paulin als eine der bedeutendsten Barockkirchen in Rheinland-Pfalz. Und Hand aufs Herz: Waren Sie schon einmal dort?

Paulinkirche© Karin Besel

Eindrucksvoll prangt das von Löwen gehaltene Wappen des Erbauers über dem barocken Portal: Franz Georg von Schönborn, der als Kurfürst und Erzbischof von Trier ab 1729 auch Propst des Stiftes St. Paulin war, ließ die barocke Kirche anstelle der 1674 von französischen Truppen Ludwigs XIV. zerstörten romanischen Stiftsanlage neu errichten. Ein schweres Eichenportal führt in die dämmrige Vorhalle. Hier sollten Sie sich in die Kirchenbesucher des 18. Jahrhunderts hineinversetzen: Aus einer Stadt, die noch ohne gepflasterte Straßen nach jedem Regen im Morast versank, aus Gassen und Fachwerkhäusern und vor allem aus einer weitgehend bilderlosen Welt betrat man diese Kirche zu festlichen Gottesdiensten an Sonn- und Feiertagen. Umso größer ist die Wirkung, wenn Sie jetzt die dunkle innere Eichentür öffnen: Gleißendes Licht erfüllt den weiten, als barocke Saalkirche ohne Stützen gebauten Raum. Weiße, durch kräftige Pfeiler plastisch gegliederte Wände leiten den Blick nach vorne zum Altar. Ein prächtiges goldenes Gitter in reich geschmiedeten Rokokoformen trennt den Bereich der Gemeinde vom höher liegenden Chor der Stiftsherren. Mit dem heute wieder in barockem Altrosa und warmem Blattgold strahlenden Chorgestühl und dem indirekt aus versteckten großen Fenstern von beiden Seiten einfallenden Licht wirkt er wie eine Bühne – tatsächlich hat man die festlichen barocken Gottesdienste als „Theatrum sacrum", heiliges Theater, bezeichnet. Als effektvolles Bühnenbild wirkt der monumentale Hochaltar, ein Hauptwerk des berühmten Baumeisters Balthasar Neumann. Mächtige Marmorsäulen tragen einen eleganten Baldachin, der eine Krone über der zentralen Marienfigur bildet. Gut 4 Meter hoch, gehört sie zusammen mit den flankierenden Heiligen Paulinus und Felix – erkennbar am Kirchenmodell in seiner Hand – sowie Franziskus und Georg, den Namenspatronen des Bauherren, zu den größten Meisterwerken des Barockbildhauers Ferdinand Tietz. Strahlender Höhepunkt der Ausstattung sind aber die großartigen Deckengemälde des Augsburger Asam-Schülers Christoph Thomas Scheffler. Am besten setzen Sie sich in eine der hinteren Bänke und legen den Kopf tief in den Nacken. Dann sehen Sie in einem gewaltigen Panorama die Geschichte der Trierer Märtyrer, deren Blut im späten 3. Jh. die Mosel bis nach Neumagen rot gefärbt haben soll – rechts hinter der Orgel ist diese Szene zu sehen! Der anschauliche Kirchenführer, den Sie vor Ort erhalten, erläutert die Gemälde im Detail. Zum Abschluss darf ein Besuch der Krypta nicht fehlen: Hier ruht der hl. Paulinus, der im 4. Jh. der vierte Trierer Bischof war, noch heute – umgeben von den Gebeinen der Märtyrer, deren Knochen und Schädel reich geschmückt zum Teil in barocken Glasvitrinen zu sehen sind. So eng waren Tod und Leben in der Barockzeit verbunden. Faszinierend!

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