Wein-Rad-Tour im Moseltal

Unser Tipp für eine schöne Sommer-Radtour: von Klüsserath entspannt an der Mittelmosel entlang knapp 35 Kilometer bis nach Bernkastel-Kues. Für diesen Tagesausflug können Sie täglich morgens mit dem RegioRadler Moseltal um 8:30 Uhr am Hauptbahnhof in Trier starten. Am besten reservieren Sie vorher schon online unter www.regioradler.de einen Platz für alle Ihre Räder – und dann nichts wie los!

Neumagen© Karin Besel

Über Ruwer, Schweich, Mehring und Pölich – wo Sie natürlich überall aus dem RegioRadler aussteigen können – geht es zum Startpunkt in Klüsserath an der Haltestelle B 53. Hier laden Sie Ihre Räder aus und rollen erst einmal ganz entspannt hinunter in den Ort. Lang hingestreckt liegt der Weg malerisch unterhalb der Weinberge der berühmten „Klüsserather Bruderschaft", die sich als längster Südhang der Mosel wie ein natürliches Amphitheater über dem Dorf erhebt. Erstes Ziel ist die Pfarrkirche mit ihrem markanten barocken Zwiebelturm. Hier sollten Sie die Räder kurz abstellen und einen Blick auf den wunderschönen Hochaltar werfen: Er stammt aus dem Jahr 1622 und ist einer der größten seiner Art an der Mosel. In der Mitte sehen Sie die Kirchenpatronin Maria mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß, flankiert von den Heiligen Maria Magdalena und Hubertus. Gegenüber der Kirche steht die schmucke Alte Ökonomie mit Touristinformation und Vinothek. Dann folgen Sie rechts der Hauptstraße, die sich „so lang wie Klüsserath" bis zum idyllischen Dorfplatz mit der historischen Dorflinde hinzieht. Hier finden Sie auch die imposante ehemalige Wasserburg von Klüsserath, die – heute privat bewohnt – schon 1270 zum ersten Mal erwähnt wird. Fragen Sie im angrenzenden Weingut, ob Sie den gotischen Weinkeller sehen können – er ist einer der schönsten an der Mosel. Weiter geht es die Hauptstraße hinunter und vorbei am barocken Echternacher Hof aus dem Ort heraus immer bequem und sicher auf dem breiten Seitenstreifen der Bundesstraße nach Trittenheim. Hier fahren Sie über die Brücke ans rechte Moselufer und folgen dem Moselradweg unmittelbar am Fluss in himmlischer Ruhe nach Neumagen. Wenn Sie lieber die gesamte Strecke – z.B. mit Kindern – abseits der Straße auf dem Mosel-Radweg durch die Weingärten zurücklegen möchten, fahren Sie einfach durch den Ort zurück und auf dem breiten Seitenstreifen der Bundesstraße 800 m flussaufwärts bis zur Thörnicher Brücke. Hier können Sie die Mosel überqueren und Ihre Radtour auf der anderen Seite starten, wo der Radweg über Köwerich und Leiwen nach Neumagen führt.

Kurz vor Neumagen entdecken Sie rechts eine kleine Kapelle zwischen zwei hohen Pappeln: Bis hierher soll die Mosel rot gewesen sein, vom Blut der Trierer Märtyrer im 2. Jahrhundert nach Christus. An die schaurige Legende erinnert auch der alte Kreuzweg, der Sie nun bis zum Ortseingang begleitet. In Neumagen angekommen, sollten Sie sich auf jeden Fall den Abguss des berühmten Neumagener Weinschiffes anschauen, das heute zu den berühmtesten Schätzen des Trierer Landesmuseums gehört. Im 3. Jh. n. Chr. als Bekrönung des Grabmals eines reichen Weinhändlers entstanden, wurde es im 4. Jahrhundert in den Fundamenten des spätantiken Römerkastells verbaut, aus dem das heutige Neumagen entstanden ist, und 1878 nahezu unversehrt wiederentdeckt. Die erhaltenen Reste der antiken Kastellmauern können Sie übrigens auf dem sehenswerten archäologischen Rundweg durch den Ort erkunden – freitags und samstags oder auf Bestellung bietet die Touristinformation Führungen an. Hier lernen Sie Neumagen-Dhron auf den Spuren der Römer kennen und wandern zurück in die Antike. Der Rundgang führt selbstverständlich an der Kopie des Weinschiff-Grabmals in der Ortsmitte vorbei. Das Original ist im Landesmuseum Trier zu finden. Und am Infopavillon in der Pelzersgasse können Sie sich über den spektakulären schwimmfähigen Nachbau des Weinschiffes informieren, mit dem man von Neumagen aus Touren auf der Mosel unternehmen kann.

Ihre nächste Station auf dem Mosel-Radweg ist Piesport. Hier sollten Sie vielleicht ein Picknick einplanen – schließlich sind Sie schon ein gutes Stück geradelt und haben die Hälfte Ihrer Strecke hinter sich gebracht. Ein idealer Rastplatz ist die Römische Kelter im Ortsteil Niederemmel am anderen Moselufer. Fahren Sie dazu hinter der Brücke nach links, und nach ein paar hundert Metern sehen Sie die Anlage auf der rechten Seite in den Hang hineingebaut. Hier wurde schon vor 1.800 Jahren Moselwein gekeltert – und wie es funktioniert hat, ist in der teilrekonstruierten Doppelkelter noch wunderbar zu erkennen! Mit etwas Glück zieht sogar das römische Weinschiff von Neumagen während Ihrer Rast auf der Mosel vorbei und macht den Eindruck perfekt! Auf Ihrem Rückweg sollten Sie auf jeden Fall noch einen Blick in die alte Pfarrkirche St. Michael an der Brücke mit ihren wunderbaren barocken Deckenfresken werfen.

Danach geht es am rechten Moselufer weiter auf dem Moselradweg flussabwärts durch Wintrich und Brauneberg. Hier wurde übrigens am 11. Juli 1998 die höchste je in Deutschland gemessene Lufttemperatur von 41,2° C festgestellt. Kein Wunder, dass der Wein hier so gut gedeiht und man im Sommer ein fast mediterranes Klima genießen kann.

Dann ist es nicht mehr weit nach Bernkastel-Kues. Fahren Sie zuerst über die Brücke in den Stadtteil Kues und erholen Sie sich in der kühlen Stille des malerischen Nikolaus-Hospitals aus dem 15. Jahrhundert – es liegt gleich rechts am Kueser Brückenkopf. Vor allem die Kapelle mit dem schönen spätgotischen Altar lohnt einen Blick – und auch die Vinothek, in der Sie Weine von der ganzen Mosel kosten können. Dann geht es wieder zurück über die Brücke zum eigentlichen Ziel: Im Schatten der Burg Landshut finden Sie nicht nur einen der schönsten Fachwerkmarktplätze Deutschlands, sondern auch unzählige Cafés, Restaurants und Weinstuben – genau der richtige Ort, um Ihre Fahrradtour an der Mosel standesgemäß ausklingen zu lassen. Um 18:00 Uhr bringt der RegioRadler Moseltal Sie dann von der Haltestelle Kues, Forum samt Rädern ganz bequem wieder zurück Richtung Trier – oder nehmen Sie den RegioRadler um 18:35 Uhr Richtung Bullay für den Heimweg moselabwärts.

Übrigens: Wer stramme Waden hat oder bekommen möchte, kann die Tour auch ganz einfach auf 49 Kilometer ausdehnen. Dazu nehmen Sie von Trier aus am Morgen einfach die Regionalbahn 81 oder 82 und fahren bis Schweich Bahnhof. Hier laden Sie Ihre Räder aus dem Zug und radeln hinab nach Schweich und dort über die Moselbrücke nach Longuich. Ihr Weg führt Sie von hier aus auf der rechten Moselseite vorbei an der Römervilla Longuich, die eine Rast auf jeden Fall lohnt. Weiter geht es dann vorbei an Riol, über Detzem und bis Thörnich, wo Sie die Mosel für einen Abstecher nach Klüsserath überqueren sollten. Endpunkt der längeren Route ist wieder Bernkastel, wo Sie den RegioRadler zurück nach Trier nehmen können.

Alle Informationen zu dieser Tour, den genauen Fahrplan des RegioRadlers Moseltal und viele Vorschläge für ähnliche Ausflüge finden Sie unter www.regio-radler.de. Hier können Sie auch Ihre Fahrradplätze bis 4 Stunden vor Antritt der Fahrt reservieren.

Unser Tipp

Ein ganz besonderes Sommererlebnis für die ganze Familie ist eine Fahrt mit dem originalgetreu rekonstruierten Neumagener Weinschiff: STELLA NOVIO MAGI. 19 Meter lang und 4 Meter breit, liegt es majestätisch auf der Mosel. Hier werden Sie in die Zeit der römischen Legionäre und Händler zurückversetzt, die den Fluss schon vor 2.000 Jahren als wichtigen Verkehrs- und Reiseweg nutzten. Für Ihre Fahrt mit dem Weinschiff müssen Sie sich auf jeden Fall anmelden. Wenn Sie möchten, können Sie das Schiff auch privat für eine Gruppe von bis zu 40 Personen mieten.

Das richtige Ticket für Ihren Ausflug

Nutzen Sie das TagesTicket Single oder das TagesTicket Gruppe für bis zu 5 Personen. Da kann die ganze Familie mitfahren oder laden Sie ein paar Freunde ein. Fahren Sie mit dem TagesTicket Single oder TagesTicket Gruppe den ganzen Tag lang so oft Sie wollen innerhalb des Geltungsbereichs Ihres Tickets. Kaufen Sie Ihr TagesTicket ganz bequem am DB-Ticketautomat oder direkt im Bus.

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