Was die Leitstelle der SWT und Murphys Gesetze gemeinsam haben

  1. Stets ist jene Schlange im Supermarkt die langsamste, an der man sich selbst anstellt.
  2. Der Rauch eines Feuers weht immer in Ihre Richtung.
  3. Es regnet immer dann, wenn man kurz vorher mit dem Auto in der Waschanlage war.

… Die Liste lässt sich ewig fortführen. Murphys Gesetze treffen einen in jeder erdenklichen Lebenslage und so auch bei der Nutzung von Bus und Bahn. Denn mit Sicherheit mussten auch Sie bereits feststellen:

Wann immer Sie zu früh an der Haltestelle waren, der Bus kam zu spät. Und wann immer Sie zu spät kamen, der Bus kam zu früh.

Auf Erklärungssuche haben wir mit Wolfgang Hlubek gesprochen. Er ist einer von neun Fahrmeistern der SWT, die genau das verhindern möchten. Sie sorgen dafür, dass im Idealfall tausende Menschen trotz Berufsverkehrs pünktlich auf der Arbeit erscheinen, Schüler um acht Uhr in der Klasse sitzen und die alte Dame von nebenan ihren täglichen Einkauf erledigen kann.

Dispositionsstelle

Wenn die meisten Menschen noch in ihren Betten liegen, ist er bereits auf der Arbeitsstelle. Es ist kurz nach drei als Wolfgang Hlubek seine Schicht in der Leitstelle der SWT antritt. Verspätet sich ein Bus oder kommt er gar zu früh, bedeutet das für Hlubek, aktiv zu werden. Per Funk kontaktiert er die Busfahrer, gibt Anweisungen, lenkt und dirigiert. Was früher kaum zu kontrollieren war, hat sich durch zunehmende Technologisierung zu einer wahren Stärke des Unternehmens gewandelt. Es erinnert an die Arbeit eines Fluglotsen, auf parallel vier Bildschirmen aktualisiert sich laufend eine Flut von Daten. Positionsinformationen der Fahrzeuge werden in Echtzeit erneuert. So entsteht auf den Monitoren eine Karte mit einem Bild von bewegten Bussen. Ein Ampelsystem warnt vor Abweichungen vom Fahrplan, auf einen Blick sieht der Fahrmeister, welche Busse zu früh oder zu spät sind. Geschieht ein Unfall oder stehen Busse im Stau, rotiert die Leitstelle. In Kürze müssen mögliche Umleitungen konstruiert werden, immer im Hinterkopf, dass Anschlussbusse bereits warten oder Ersatzfahrzeuge zu organisieren sind, falls die Verspätung zu groß werden sollte. Um dabei jeglichem Zeitverlust entgegenzuwirken, ist Kenntnis über das regionale Straßennetz unverzichtbar, weshalb die Fahrmeister zu großen Teilen aus eigenen Fahrern rekrutiert werden, die sich über Fortbildungen für den Job qualifizieren.

Doch manchmal ist auch ein Wolfgang Hlubek mit seinen 30 Betriebsjahren machtlos:

 „Bei Verspätungen steckt man nicht immer drin, aber dass Busse zu früh kommen, ist eigentlich nicht möglich, da passen wir auf!“ Murphys Gesetz des ÖPNV ist somit zumindest teilweise widerlegt.




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