Wie gründet man sein eigenes Verkehrsunternehmen?

„Verkehrsunternehmer? Kann ich auch!“ Mag sich der ein oder andere denken, denn außer einem eigenen Bus sollte doch nicht viel mehr von Nöten sein. Wir haben mit einem Mann gesprochen, der genau diesen Weg gegangen ist. Holger Friederichs, Inhaber von FriBus, stellte sich nach mehreren Jahren Berufserfahrung bei regionalen Verkehrsunternehmen der Herausforderung und gründete sein eigenes.

Eigenes Unternehmen© Glaser-Fotolia

Als studierter Physiker kam er erstmals in Kontakt mit der Branche, in Seminaren eignete er sich Wissen über Verkehrsplanung an, um später bei verschiedenen Verkehrsunternehmen zu arbeiten. Im Sommer 2012 wagte er dann den großen Schritt, er kündigte bei seiner alten Arbeitsstelle und bewarb sich für verschiedene Strecken. Denn anders als man vermuten könnte, liegt die größte organisatorische Hürde in der Genehmigung, überhaupt Personen von A nach B befördern zu dürfen - wird diese doch in der Regel langfristig für mindestens acht bis zehn Jahre vergeben. „Rückblickend stellt das die größte Herausforderung dar, gerade vor dem Hintergrund, dass vom Zeitpunkt der Bewerbung bis zum Erhalt der Zusage auch schon mal ein Jahr vergehen kann. Hinzu kommt eine „Fachkundeprüfung“, die bei der IHK ablegt wird. Sie dient als Nachweis, dass man die relevanten gesetzlichen Bestimmungen kennt sowie ausreichend kaufmännische Kenntnisse besitzt.“, so der Unternehmer. Begonnen hat Holger Friederichs gänzlich ohne Busse oder Personal, er beauftragte Subunternehmen, die in seinem Namen insgesamt sechs Fahrzeuge fuhren. Knapp vier Jahre später, hat sich der gebürtige Parderborner in der Branche etabliert: 20 Fahrzeuge gefahren von Subunternehmen, drei eigene Busse sowie vier Angestellte kann er mittlerweile vorweisen – Tendenz steigend! Aber wie kann man überhaupt so erfolgreich werden wie FriBus? „Die Grundvoraussetzung ist mit Sicherheit Ahnung von der Branche zu haben, vieles kann auch autodidaktisch erlernt werden. Charakterliche Züge sind da eher Nebensache.“, meint Friederichs, der sich nicht als typischen Unternehmer sehen möchte. Seinen Alltag bezeichnet er selbst als bunte Mischung aus Linienmanagement, Qualitätsüberwachung und Kundenservice.

Wir finden Holger Friederichs ist ein Musterbeispiel dafür, dass es sich im Leben auch mal lohnt ein gewisses Risiko einzugehen, denn wie er selbst sagt: „Ein eigenes Verkehrsunternehmen zu gründen, war mit die beste Entscheidung meines Lebens.“

Ausschreibung/Konzessionen

Um die Erlaubnis zur Personenbeförderung zu erhalten, muss man sich auf ein Streckenbündel bewerben. Die Ausschreibung erfolgt im Regelfall brutto oder netto. Bedeutet, … Den Zuschlag erhält ein Unternehmen nach vorher festgelegten Kriterien. Je nach Ausschreibung kann es hier Unterschiede geben: Gewinnt das Unternehmen mit dem billigsten Angebot, dem besten Service oder dem besten Gesamtpaket.




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