Trierer KombiTicket-Vertrag nicht verlängert: Rückschritt für Fahrgäste und Klimaziele
5. Mai 2026 - Mit dem Trierer VRT-KombiTicket soll Schluss sein. Der Stadtvorstand und der Dezernatsausschuss der Stadt Trier haben einer Verlängerung der Kooperation mit dem Verkehrsverbund Region Trier (VRT) nicht zugestimmt.
Seit September 2021 können die Besucher von fast allen Veranstaltungen der städtischen Kultureinrichtungen in Trier mit ihrem Veranstaltungsticket am Tag des Events automatisch auch den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Möglich macht dies ein KombiTicket-Vertrag zwischen Verkehrsverbund Region Trier (VRT) und der Stadt Trier.
Mit einem VRT-KombiTicket können die Besucher zu ihrer Veranstaltung fahren und anschließend wieder zurück. Die Kooperation gilt für Veranstaltungen der Arena, der Europahalle, des Kulturzentrums Tuchfabrik, des Messeparks, des Theaters Trier und der Trier Tourismus und Marketing GmbH, wenn diese etwa zu Events im Brunnenhof oder zu Porta Hoch 3 einlädt. Im Jahr 2025 haben laut VRT rund 8,5 Prozent der Veranstaltungsbesucher, die vom KombiTicket wussten, dieses genutzt und davon profitiert, da sie kein anderes Ticket wie z.B. das Deutschlandticket, besessen haben. Das geht aus einer Erhebung der Universität Trier im Auftrag der Stadt zur KombiTicket-Nutzung hervor.
Bei einer Pressekonferenz im August 2021 stellten Manfred Langner (Theater), Norbert Käthler (Trier Tourismus und Marketing GmbH), Barbara Schwarz (VRT-Geschäftsführerin), Herbert Müller (Theater), Elvira Garbes (Kulturdezernat Trier), Jana Schröder (TuFa), Andreas Ludwig (VRT-Verbandsvorsteher) und Arnd Landwehr (Messegesellschaft) das neue städtische VRT-KombiTicket vor, welches ab September 2021 galt. Archivfoto: VRT
Wer das KombiTicket bezahlt
Alle beteiligten städtischen Kultureinrichtungen zahlen pro Veranstaltungsticket aktuell 65 Cent an den Verkehrsverbund, der dann die Eintrittskarte als Fahrschein im gesamten Verbundgebiet anerkennt. Die meisten Veranstalter preisen diese Kosten in die Eintrittskarten ein, damit zahlen alle Veranstaltungsbesucher solidarisch einen Beitrag. Durch das Solidarprinzip kann der VRT die ÖPNV-Leistung für das städtische KombiTicket so günstig anbieten. Aufgrund der Bedeutung des städtischen KombiTickets ist der VRT der Stadt Trier entgegengekommen und hat den Preis nicht an die Tariferhöhungen angepasst, der Wert läge sonst bei rund 75 Cent pro Ticket.
Der Prozentsatz der KombiTicket-Nutzenden liegt aus Sicht des VRT bei 8,5 Prozent der Veranstaltungsbesucher, die vom KombiTicket wussten. Für die Bekanntmachung der freien ÖPNV-Fahrt zur Veranstaltung ist laut Vertrag der Veranstalter zuständig, zusätzlich hierzu hat auch der VRT das Angebot über seine Marketingkanäle beworben. Zudem trägt das Angebot gezielt dazu bei, zusätzliche Fahrgäste für den öffentlichen Nahverkehr zu gewinnen. Denn es macht selbst Menschen, die sonst nie Busfahren, den Einstieg in den ÖPNV leicht.
Auch hinsichtlich des Angebotsumfangs weist der VRT darauf hin, dass das Fahrtangebot kontinuierlich weiterentwickelt wird und bereits heute eine verlässliche An- und Abreise zu vielen Veranstaltungen ermöglicht – auch aus dem Umland von Trier. Hier nennt der VRT beispielsweise Zugverbindungen aus Richtung Wittlich, Luxemburg und Saarburg sowie über 15 Buslinien, die aus weiter entfernten Orten aus dem Umland in die Stadt Trier hineinführen. Vor diesem Hintergrund bewertet der VRT das Auslaufen der Vereinbarung als einen Schritt, der weder im Sinne der Fahrgäste noch der verkehrs- und klimapolitischen Zielsetzungen ist.
Der VRT bedauert die Entscheidung der Stadt Trier, den KombiTicket-Vertrag nicht zu verlängern. Aus Sicht des Verkehrsverbunds ist das Ticket ein bewährtes Instrument, um Besucherinnen und Besucher von Veranstaltungen zur Anreise mit Bus und Bahn zu motivieren. Gerade angesichts des weiterhin stark vom Auto geprägten Modal Splits sowie der bestehenden Park- und Verkehrsprobleme leiste das KombiTicket einen wichtigen Beitrag für den öffentlichen Nahverkehr, die Verkehrswende und den Klimaschutz allgemein.
Alternative: Veranstalter können individuelles VRT-KombiTicket erhalten
Die Verantwortlichen des VRT betonen ausdrücklich, dass sie sich freuen, wenn Kulturinstitutionen auf den Verkehrsverbund zukommen, um für ihre Veranstaltungen individuelle KombiTicket-Verträge zu schließen. Alle Infos finden Interessierte unter www.vrt-info.de/freizeit/kombiticket